Kleidertausch an der Kanti Wil: Tauschen statt Kaufen

Von Livia Schmidt

Um 18 Uhr trudelten bereits die ersten Neugierigen in die Aula ein, auf der Suche nach einem neuem Fundstück für ihren Kleiderschrank. Die Klimagruppe, die im Frühling 2019 gegründet wurde, hatte diesen Kleidertausch seit Monaten geplant. Es wurden reichlich mit Plakaten in der Stadt Wil und in der Kanti geworben, wie auch in der Zeitung und auf den sozialen Medien auf den Kleidertausch aufmerksam gemacht wurde. Mit Absprache des Hausdienstes durfte die Aula als Veranstaltungsort benutzt werden, ausserdem wurden etliche Kleiderbügel, Garderoben und Tische zur Verfügung gestellt.

In der Woche des Kleidertausches konnten die eigenen Kleider, die man nicht mehr brauchte oder wollte, in einer Kiste vor der Aula abgegeben werden. Die Kiste wurde in dieser Zeit einige Male geleert – täglich. Am Freitag kamen weitere Kleider von Auswärtigen dazu. Das Angebot war vielfältig: Man konnte sich zwischen einer grossen Auswahl an T-Shirts und Pullovern über Blusen und Kleider bis hin zu Jeans und sogar Accessoires entscheiden.

Von 15 bis 18 Uhr wurde die Aula eingerichtet und die Kleidermenge nach Kleidungsart sortiert. Auch an Dekoration fehlte es nicht: Die Kleidungsständer wurden von diversen Lichterketten erhellt, es wurden Spiegel, Umkleiden und sogar eine Reparaturecke, wo kleine Schäden repariert werden konnten, aufgestellt. Das Ganze wurde durch informative Schilder, die Fakten der Textilindustrie darlegen, ergänzt.

Während sich die Leute nach neuen Errungenschaften umsahen, lief im Hintergrund Weihnachtsmusik oder andere Rhythmen, die das Ambiente der Vorweihnachtszeit unterstrichen. Später gab es stimmige Unterhaltung durch Live-Musik vom St. Galler Simon Hotz. Ausserdem konnten sich die Stöber*innen mit von der Klimagruppe zur Verfügung gestellten Kaffee, Tee, Kuchen und Brot verpflegen und eine beliebige Spende abgeben.

Das Motto «Tauschen statt Kaufen» dient einem gutem Zweck, von dem nicht nur die Umwelt profitiert, sondern auch das eigene Porte-Monnaie. Die übrig gebliebenen Kleidungsstücke werden der Caritas gespendet oder, da der Kleidertausch so gut angekommen ist, auch für den nächsten Tausch wiederverwendet. Vielleicht auch mit neuen Mitgliedern der Klimagruppe.

Um 21 Uhr verliessen die letzten, glücklichen Besucher*innen mit ihrem neuen Fund die Aula. Diverse, mit Geschichten geprägten, Kleider können nun eine neue Geschichte schreiben.

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